18. Juni

Gesunde Ernährung - keine Ahnung

Der AOK-Bundesverband hat die Ergebnisse einer Untersuchung vorgestellt, in der das Wissen über gesunde Ernährung unter die Lupe genommen wurde. Ob das, was man sich so täglich einverleibt, gesund oder ungesund ist, können viele demnach nicht gut einschätzen. Besonders bei den jüngeren Erwachsenen soll das entsprechende Wissen fehlen!

Wie funktioniert gesunde Ernährung? Mehr als die Hälfte der Erwachsenen hat laut Studie wenig bis keine Ahnung

Für die Studie wurden nach Angaben des AOK-Bundesverbands knapp 2000 Personen zu ihrem Wissen über gesunde Ernährung befragt. Es ging um die sogenannte Ernährungskompetenz, dazu gehört zum Beispiel gesundes Kochen, bewusstes Planen von Mahlzeiten oder die Auswahl von geeigneten Snacks. Über das Ergebnis der Befragung machen sich die Experten Sorgen, denn demnach hat mehr als die Hälfte der Bundesbürger laut Pressemitteilung „eine problematische oder gar inadäquate Ernährungskompetenz”, weiß also nicht genug oder sogar kaum etwas über gesundes Essen.

Gesunde Ernährung: Wissenslücken gibt es vor allem bei den Jüngeren

Die Auftraggeber der Studie heben hervor, dass vor allem in der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren Ahnungslosigkeit herrscht. Nur gut 37 Prozent der Befragten in diesem Alter habe eine ausreichende Kompetenz in diesem Bereich. Es wisse also nur jeder dritte junge Erwachsene, was gesunde Ernährung ausmacht. Damit sich das ändert, wird gefordert, Ernährungskompetenz fest im Bildungssystem zu verankern, auch in der Jugendarbeit und Erwachsenenbildung. Zu Wort kommt in der Pressemitteilung auch Kinderarzt Prof. Berthold Koletzko, der Vorsitzender der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist und unter anderem sagt: „Generell sehe ich bei jungen Eltern einen zunehmenden Rückgang der Fähigkeiten zur selbstständigen Zubereitung von Mahlzeiten aus Grundnahrungsmitteln. Dies ist auch deshalb problematisch, weil Fertigprodukte regelmäßig zu viel Kalorien, Zucker, gesättigtes Fett und Salz enthalten.”

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Was könnte man für mehr Ernährungskompetenz noch tun?

Vielen Befragten fällt es demnach schwer, gesund zu vergleichen, also sich für die geeignetere Alternative zu entscheiden. Die AOK fordert deshalb unter anderem, dass der Nutri-Score, also eine Lebensmittelkennzeichnung in Form einer Ampel, für die Industrie verpflichtend wird, damit die Verbraucher es beim Vergleich etwas leichter haben. Ein großes Problem sei auch nach wie vor der hohe Zuckergehalt in fertigen Lebensmitteln. Als mögliche Maßnahmen dagegen nennt die Krankenkasse verbindliche Ziele für die Industrie und ein Werbeverbot für stark zuckerhaltige Kinderlebensmittel.

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